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Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
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Persönliche Daten
| * 03.12.1879 - † 1923 | Geschlecht: m | Geburtsort: Novy Jicin | damaliger Name: Neutitschein, Mähren | Land: Tschechien | damaliger Name: Österreich-Ungarn | Sterbeort: wahrscheinlich in Neutitschein/Novy Jicin | Land: Tschechien | Religionsbekenntnis: Röm. - Kath. | Berufsbezeichnung: Architekt | Familiäres Umfeld: Vater: Josef B. (1851-1914), Baumeister
| Ehe mit Paula, geb. Klein (*1880) |
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
| o.J. | Realschule
| 1897-1908 | Technische Hochschule Wien (bei K. Mayreder, K. König)
| 1907-1908 | Akademie der bildenden Künste Wien (bei F. Ohmann) |
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Vita
| Hugo Blum wurde 1879 als Sohn eines Baumeisters in Neutitschein in Mähren, dem heutigen Novy Jicin, geboren. Er kam 1897 nach Wien, um ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule zu absolvieren. In seinem letzten Studienjahr, 1907/08, besuchte er gleichzeitig die Meisterklasse von Friedrich Ohmann an der Akademie der bildenden Künste. Blum blieb bis zum Jahr 1911 in Wien gemeldet und kehrte danach in seine Heimatstadt zurück. Es ist anzunehmen, dass er in Neutitschein den Bildhauer Franz Barwig kennenlernte. Dieser wurde in Schönau bei Neutitschein geboren und soll schon als 12-jähriger Krippenfiguren für die Spanische Kapelle in Neutitschein geschnitzt haben. Von dem Geld, das Barwig für die bildhauerische Gestaltung einer Figurengruppe im Festzug anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef 1908 erhielt, kaufte er ein Grundstück in Wien 18, Hockegasse 92. Es scheint plausibel, dass Barwig seinen Landsmann, den eben mit der Ausbildung fertig gewordenen Architekten Hugo Blum, damit beauftragte, eine Villa samt Atelier zu errichten. Da die Unterschrift auf den Einreichplänen schwer leserlich ist und sonst keine Unterlagen existieren, ist die Urheberschaft Blums allerdings nicht unumstritten. Die Villa wurde im Jahr 1912 erbaut und ist das einzige Werk, das Blum in Wien zugeschrieben werden kann.
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| Im Jahr 1923 hielt sich Hugo Blum einige Wochen in Wien auf. Bei der Abmeldung gab er als nächste Adresse seinen Heimatort Neutitschein / Novy Jicin, CZ an. Im gleichen Jahr starb er mit erst 44 Jahren. |
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Stellenwert
| Die Villa, die Hugo Blum im Jahr 1912 in Wien 18, Hockegasse 92 erbaute, liegt auf einem steil abfallenden Grundstück. Dementsprechend erscheint das Gebäude zur Straße hin ebenerdig, während die Gartenfront dreigeschossig angelegt ist. Die schlichte Straßenfassade mit Sprossenfenstern, einem Walmdach und einem seitlichen Eingang reiht sich in die damals übliche malerische Gestaltungsweise mit heimatstilartigen Akzenten ein.
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| Überraschend präsentiert sich hingegen die Gartenfassade. Sie erhielt zwei mit den Seitenfronten fluchtende apsidiale Risalite. Im Erdgeschoß, in dem sich auch das Atelier von Barwig befand, sind die beiden Apsiden durch eine konvex ausgebauchte Mauer verbunden. In der Mitte befindet sich eine große Rundbogenöffnung, die auf eine Terrasse führt und den Zugang zum Garten ermöglicht. Der Rundbogen ist zu beiden Seiten von breiten Pfeilern flankiert. Im darüber liegenden Geschoss befindet sich zwischen den halbrunden Erkern eine mit Säulen besetzte Loggia, die der Rundung des Untergeschosses folgt. Im Mansardengeschoß ist eine Veranda ausgebildet, die Erker sowie die vorgewölbte Balkonbrüstung sind nunmehr polygonal gebrochen. Insgesamt erhielt der Baukörper durch die konvexe Ummantelung ein halbzylindrisches Aussehen, wobei die halbrunden Seitenrisalte elegant integriert sind.
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| Dieser kühne Umgang mit geometrischen Formen in der grundlegenden Disposition wird allerdings abgemindert durch Gestaltungselemente, die der Heimatstilarchitektur entlehnt sind. So ist etwa der Sockel in Natursteinmauerwerk ausgebildet und das Mansardengeschoß mit dunklen Holzbalken in der Art eines Blockhauses gestaltet. Das hohe Walmdach ist an den Seitenfronten als Mansardwalmdach ausgeführt, in dem Gaupen mit vielteiligen Sprossenfenstern für die Belichtung der dahinterliegenden Räume sorgen, während in den Dächern der Straßen- und Gartenfassade flache Fledermausgaupen eingeschnitten sind. Sprossenfenster, Fensterläden sowie ein kleines Ovalfenster an der Westfassade setzen malerische Akzente. Teile der Ausstattung wie das Stiegengeländer, die Eingangstüre sowie die Speisezimmereinrichtung wurden von Franz Barwig geschaffen. Die Einrichtungsgegenstände sowie Öfen, die Barwig gemeinsam mit Michael Powolny entwarf, sind heute jedoch nicht mehr vorhanden.
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| Es ist nicht möglich, von diesem einzigen bekannten Werk Blums auf seine architektonische Tätigkeit insgesamt zu schließen. Fest steht allerdings, dass er sich virtuos jener Formensprache zu bedienen verstand, die sich um 1900 im Villenbau etablierte und die sich nach den von Otto Wagner angeregten Experimenten mit neuen Gestaltungsweisen, wieder auf die lokale Tradition besann. Mit der unkonventionellen Formulierung der Gartenfassade reiht sich Blums Villenbau deshalb durchaus gleichberechtigt in die zeitgleich entstandenen Werke eines Josef Hofmann oder Leopold Bauer ein. |
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Werke
| WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
| 1912 | Villa und Atelier Barwig, Wien 18, Hockegasse 92 |
ÖFFENTLICHE BAUTEN:
| 1912 | Grabmal des Malers Hugo Baar, wahrscheinlich in Neutischein / Novy Jicin, CZ
| 1914 | Gruft für die eigene Familie, wahrscheinlich in Neutischein / Novy Jicin, CZ |
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Primärquellen
| NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
| Archiv der ABK; TUWA |
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Sekundärquellen
| LITERATUR:
| B. Samek: Umelecke pamatky Moravy a Slezska (Die Kunstdenkmäler Mährens und Schlesiens) „.Bd., Prag 1999 | NACHSCHLAGEWERKE:
| Dehio Wien/3 (X.–XIX.u.XXI.–XXIII.Bez.) |
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Anmerkungen
| Eingegeben von: Inge Scheidl | Eingegeben am: 01.10.2006 | Zuletzt geändert: 06.06.2008 |
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